Risk Partners Life Sciences Roundtable 2025. Vielen Dank!
Steuerliche Dealbreaker, offene Rechtsfragen, weitreichende Garantien, hohe Escrows oder Contingent Liabilities beeinflussen Kaufpreis, Haftungsregime und Deal-Sicherheit. Versicherbar werden solche Risiken erst, wenn Sachverhalt, Rechtsposition, Exposure und Informationslage so aufbereitet sind, dass der Markt eine belastbare Zeichnungsentscheidung treffen kann.
Risk Partners arbeitet an der Schnittstelle von SPA-Verhandlung, Due Diligence und Risikotransfer. Wir prüfen frühzeitig die Marktgängigkeit, strukturieren die Risikodarstellung, bereiten die verfügbaren Transaktionsinformationen für die Marktansprache auf und verhandeln Deckung, Ausschlüsse und Konditionen mit den geeigneten Märkten und Risikoträgern.
Welche Versicherungsstruktur einen Deal tatsächlich verbessert, ergibt sich aus der Transaktion: geringere Verkäuferhaftung, bessere Absicherung des Käufers, weniger gebundenes Kapital im Escrow oder mehr Planungssicherheit bis Signing und Closing. Das Produkt folgt der Struktur, nicht umgekehrt.
M&A- und transaktionsnahe Versicherungslösungen gehen über die Absicherung von Garantieverletzungen hinaus. Sie werden relevant, wenn die Risikoallokation im SPA wirtschaftlich nicht tragfähig ist oder ein Risiko die Einigung zwischen den Parteien verhindert. Typische Situationen:
Der Markt hat sich deutlich verbreitert: Neben W&I werden Tax, Contingent Risk, Litigation, Title, Environmental und synthetische Strukturen heute deutlich differenzierter geprüft als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig ist die Platzierbarkeit stärker von Underwriting-Qualität, Dokumentation und sauberer Risikoabgrenzung abhängig.
Absicherung von Vermögensschäden aus Garantieverletzungen im Unternehmenskaufvertrag, einschließlich bestimmter Tax Warranties und – je nach Policenstruktur – steuerlicher Freistellungen, soweit diese nicht als bekannte Steuerposition ausgeschlossen oder separat zu strukturieren sind. W&I wird häufig eingesetzt, um Käufer abzusichern, Verkäuferhaftung zu begrenzen und Escrow- oder Holdback-Strukturen zu reduzieren.
Absicherung von Erwerbern in Transaktionen, in denen Verkäufer, Insolvenzverwalter oder Management keine substanziellen Garantien geben und Management-Zugang oder Offenlegung eingeschränkt sind. Synthetische Strukturen entkoppeln den Käuferschutz vom Rückgriff auf den Verkäufer. Underwriting-Grundlage ist die Buyer Due Diligence.
Absicherung identifizierter steuerlicher Einzelrisiken, etwa aus Transaktionsstrukturen, Betriebsprüfungen, Reorganisationen, grenzüberschreitenden Sachverhalten oder streitigen Auslegungsfragen. Tax-Policen können auch unabhängig von Transaktionen platziert werden.
Absicherung bekannter Einzelrisiken, deren Eintritt, Höhe oder rechtliche Bewertung unsicher ist. Dazu zählen etwa Specific Indemnities, W&I-Ausschlüsse sowie regulatorische, vertragliche, beihilferechtliche oder streitige Rechtsrisiken, deren wirtschaftliche Auswirkung sich abgrenzen und unabhängig von der übrigen Transaktion auf den Versicherungsmarkt übertragen lässt. Voraussetzung ist regelmäßig eine belastbare rechtliche, steuerliche oder technische Risikoeinordnung und ein quantifizierbares Exposure.
Absicherung von Verlusten aus Eigentums-, Verfügungs- und Titelmängeln an Grundstücken, Immobiliengesellschaften oder Beteiligungsstrukturen. Besonders relevant bei Real-Estate-Transaktionen, komplexen Asset-Strukturen und grenzüberschreitenden Sachverhalten.
Absicherung von Umwelt-, Altlasten-, Kontaminations- und Sanierungsrisiken, einschließlich Drittansprüchen und behördlicher Sanierungsanordnungen. Relevant insbesondere bei Industrie-, Infrastruktur-, Energie- und Real-Estate-Transaktionen.
Absicherung von Risiken aus Schutzrechtsverletzungen, Freedom-to-Operate-Unsicherheiten oder Infringement-Risiken, sofern sie rechtlich/technisch eingegrenzt und underwritingfähig dokumentiert sind. Relevant insbesondere bei Transaktionen mit wesentlichem IP-Anteil sowie für Unternehmen, die patentgeschützte Technologien entwickeln, lizenzieren oder verwerten.
Strukturierung von W&I-, Tax-, Contingent-Risk- und Management-Liability-Lösungen für GP-led Secondaries, Continuation Funds und Secondary Buyouts, insbesondere bei begrenztem Seller Recourse, LP-Liquidität und Lead-Investor-Schutz.
Absicherung von Organhaftungsrisiken im Zusammenhang mit Change of Control, Verkauf, Erwerb oder Restrukturierung. Im Fokus stehen insbesondere Run-off-Lösungen für vor Closing begangene Pflichtverletzungen und die Anschlussfähigkeit der Management-Liability-Struktur nach Closing.
Schutz internationaler Investitionen gegen politische Risiken wie Enteignung, Transferbeschränkungen, Währungsinkonvertibilität, politische Gewalt, staatliche Eingriffe oder staatliche Vertragsverletzungen. Relevant bei Erwerb oder Finanzierung ausländischer Assets, Konzessionen, Infrastruktur-, Energie- und regulierten Projekten.
Prüfung bestehender Versicherungsprogramme, Schadenhistorie, Deckungslücken, Change-of-Control-Klauseln und Post-Closing-Anforderungen des Targets, einschließlich der Versicherungsstruktur ab Day 1.
Koordination versicherungsrelevanter Themen bei parallelen M&A- und IPO-Prozessen, insbesondere W&I, D&O Run-off, Management Liability und POSI. Ziel ist, beide Exit-Optionen versicherungsseitig so vorzubereiten, dass Anforderungen aus M&A- und Kapitalmarktprozess nicht kollidieren.
Buy-side-Akquisitionen, Portfolio-Exits, Buy-and-Build-Strategien, Secondary-Transaktionen, Management Roll-over, Distressed-Situationen oder Fund-Wind-Downs.
Absicherung gegen Vermögensschäden aus Garantieverletzungen, Strukturierung identifizierter Einzelrisiken und Einordnung von Altverbindlichkeiten (Legacy Liabilities), Versicherungslücken, Change-of-Control-Themen und Post-Closing-Anforderungen des Targets.
Begrenzung der Nachhaftung, Reduzierung gebundener Kaufpreisbestandteile, Strukturierung eines Exits mit reduziertem Haftungsprofil und Absicherung spezifischer Freistellungen. Bei Insolvenzverkäufen, Carve-outs oder distressed Assets: Prüfung synthetischer W&I- oder alternativer Absicherungsstrukturen.
Erwerb, Veräußerung oder Finanzierung von Beteiligungen, Real Assets, internationalen Strukturen sowie rechtlich oder steuerlich komplexen Investments.
Frühe Prüfung der Versicherbarkeit, Abstimmung von SPA-Mechanik, Garantiekatalog, Disclosure-Prozess, W&I-Ausschlüssen und Underwriting-Anforderungen.
Vorbereitung von Auktionsprozessen, Einholung indikativer Terms, Strukturierung von Sell-side-Prozessen, Unterstützung von Timing, Bieterkommunikation und Marktansprache.
Versicherungsseitige Begleitung von Restrukturierungs- und Sanierungsprozessen, Bewertung versicherbarer Risiken bei Debt-to-Equity-Transaktionen, Carve-outs und Asset Deals sowie Koordination mit Insolvenzverwaltern und Finanzierungsparteien.
Bewertung, Strukturierung und Aufbereitung steuerlicher Einzelrisiken für den Versicherungsmarkt, insbesondere bei Reorganisationen, grenzüberschreitenden Strukturen, Betriebsprüfungen oder streitigen Auslegungsfragen.
D&O Run-off, Management Liability, IPO-nahe Themen und Anschlussfähigkeit der Versicherungsstruktur nach Closing.
Transaktionen mit IP-, Datenschutz-, Cyber-, klinischen, regulatorischen, produkthaftungs- oder zulassungsbezogenen Risikothemen.
Transaktionen mit Title-, Environmental-, Altlasten-, Genehmigungs-, regulatorischen oder länderspezifischen Risikothemen.
Finanzierungsrunden, Exit Readiness, Management Liability, Cyber/E&O und Vorbereitung kapitalmarkt- oder transaktionsnaher Prozesse.
Idealerweise steigen wir früh ein. Je später die Einbindung in einen laufenden Prozess erfolgt, desto enger ist der Spielraum für Ausschlussverhandlungen, alternative Strukturierungsansätze und die Abstimmung der Erwartungen aller Beteiligten. Eine erste Einschätzung der Marktgängigkeit ist in der Regel kurzfristig möglich. Ist ein Risiko voraussichtlich nicht platzierbar, benennen wir das klar, bevor Zeit in eine Marktansprache ohne realistische Aussicht auf ein verwertbares Angebot fließt.
Wir prüfen zuerst das Risiko und die Transaktionsmechanik, einschließlich der Frage, ob eine Versicherungslösung überhaupt der richtige Ansatz ist oder ob das Thema besser im SPA gelöst werden sollte. Für die erste Marktansprache bereiten wir die Risikodarstellung und die verfügbaren Transaktionsunterlagen so auf, dass Risikoträger kurzfristig eine belastbare Indikation abgeben können.
Indikative Angebote werden anhand von Deckungsumfang, Ausschlüssen, Selbstbehalt, Enhancement-Potenzial, Umsetzbarkeit innerhalb der Deal-Timeline, Claims-Handling und Marktreputation des Risikoträgers eingeordnet. Daraus entsteht eine Empfehlung, die Preis, Deckung und Umsetzbarkeit zusammenführt.
Nach Auswahl des bevorzugten Risikoträgers begleiten wir das Underwriting, steuern die Bereitstellung der weiteren Unterlagen und verhandeln Deckung, Ausschlüsse, Selbstbehalte und Konditionen bis zur finalen Policierung.
Ausgewiesene Deckung ist nicht gleich tatsächliche Deckung. Eine Garantie kann im Warranty Spreadsheet eines Versicherers als gedeckt erscheinen und im Schadenfall dennoch leerlaufen, wenn ein Ausschluss, eine Due-Diligence-Bedingung oder ein deemed amendment auf sie durchschlägt. Wir prüfen jede wesentliche Garantie daraufhin, was nach Anwendung dieser Einschränkungen an tatsächlichem Risikotransfer übrigbleibt, Garantie für Garantie gegen die ausgewiesene Position des Versicherers. Ein Beispiel: Eine Umweltgarantie kann als gedeckt ausgewiesen sein, während ein Umwelt- oder Kontaminationsausschluss sie ohne belastbare Phase-I-Befunde weitgehend entwertet. So erkennt der Käufer vor Bindung, wo eine grüne WSS-Position eine Deckungslücke verdeckt, wo nachverhandelt werden muss und wo eine DD-Maßnahme die Deckung herstellt. Unsere Empfehlung beruht auf diesem Ergebnis.
Auch nach Abschluss der Police bleibt Risk Partners Ansprechpartner. Bei Fragen zur Deckung, bei Post-Closing-Themen oder im Schadenfall unterstützen wir den Kunden gegenüber dem Risikoträger im Rahmen unserer Maklerrolle auf Kundenseite.
Dr. Julia Krumm
Head of M&A Insurance, Risk Partners GmbH
Risk Partners ist inhabergeführt und arbeitet ohne eigene Zeichnungsstellen, exklusive Produktplattformen oder vorgegebene Platzierungswege. Welche Risikoträger angesprochen werden, richtet sich nach Erfahrung, Risikoappetit und tatsächlicher Entscheidungskompetenz im konkreten Fall.
In Auktionsprozessen mit mehreren Bietergruppen können wir getrennte Prozessstränge (Trees) mit eigenständiger Marktansprache betreuen. Die Informationsflüsse werden getrennt geführt, sodass die Vertraulichkeit der jeweiligen Bieterinformationen gewahrt bleibt (Chinese Walls).
Wir prüfen transaktionsrelevante Unterlagen aus Versicherungssicht, ohne die Rolle von Rechts- oder Steuerberatern zu übernehmen. Aus SPA-Mechanik, Garantiekatalog, Disclosure-Prozess, Due-Diligence-Befunden sowie Tax- oder Legal-Memos leiten wir ab, welche Punkte für Platzierung, Ausschlüsse und Underwriting relevant sind. Das Marktfeedback fließt so in den Prozess ein, dass Deal-Team und Berater es für SPA-Verhandlung, Disclosure und Prozessplanung nutzen können.